Hajar Gebirge - Felsenfestung und Wiege der Kultur Terrassenfelder in Steilhängen, grandiose Schluchten und Canyons, idyllische Bergdörfer, imposante Festungen und Paläste - über Jahrhunderte hinweg war das westliche Hajar-Gebirgte das kulturelle Herz des Omans. Hier waren die Menschen sicher vor Angriffen, denn die Flanken des 3000 Meter hohen Gebirges bildeten eine nicht zu überwindende natürliche Trutzburg. Wer sie heute erstürmen will, folgt den gut markierten Trekkingpfaden zu atemberaubenden Aussichtspunkten in schwindelerregende Höhe oder geht mit dem Geländewagen auf Entdeckungsreise in die unzähligen, landschaftlich sehr vielfältigen Wadis. In der Nähe von Al Hamra wird derzeit die Hoti-Höhle für Besucher ausgebaut. Schon bald eröffnen sich hier atemberaubende Einblicke in die Unterwelt. Ein dichtes Netz von über 2000 Wasserkanälen durchzieht die unwegsame Bergwelt, lässt aus dem Nichts unvermutet kleine grüne Paradiese entstehen. Die ältesten dieser "falaj" genannten Kanäle sind bis zu 1500 Jahre alt. Sie verlaufen teilweise über viele Kilometer unter der Erde, überqueren Täler mit Aquädukten oder unterqueren sie mit Syphons - eine technische Meisterleistung. Nizwa war und ist geistiges Zentrum der lbadiyah, der toleranten omanischen islamischen Rechtsschule, aber auch des Silberschmiedehandwerks. Vom 23 Meter hohen monumentalen Rundturm der Festung schweift der Blick über endlose Palmenhaine und den großen Marktbereich der Stadt. Jeden Freitag vormittag wird hier lautstark um Ziegen und Kühe gefeilscht. Kaum besiedelt und nur schwer zugänglich sind weite Teile des östlichen Hajar-Gebirges. Geheimnisvolle Grabtürme wurden hier entdeckt, bis zu acht Meter hoch und älter als die Pyramiden in Ägypten. Auch die zweitgrößte Höhlenkammer der Welt liegt hier verborgen, die "Majlis al Jinn", die Versammlungshalle der Geister. In den engen Tälern und Schluchten ist noch ein weiterer Schatz verborgen - Wasser. Wie in magisches Licht getaucht erscheinen die engen Schluchten mit den tiefen Wasserpools, umgeben von sattgrünen Bananenstauden und Dattelpalmen. Dort wo die letzten Ausläufer des Gebirges im Osten auf den Indischen Ozean treffen, leuchten golden die Strände des Schutzreservates Ras al Jinz, an denen jedes Jahr Tausende von Meeresschildkröten ihre Eier ablegen.
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