Muscat hat nichts mit dem gleichnamigen Gewürz zu tun. In der 3000 Jahre alten Hafenstadt ist von der Vergangenheit nicht mehr sehr viel zu spüren: Im Eiltempo wurde die in einer Bucht gelegene Hauptstadt zum Großraum „Capital Area“ entwickelt. Trotz des Baubooms existieren noch Teile der alten Stadtmauer und ein kleiner Altstadtkern. Wer mehr historische Handelshäuser, einen Fischmarkt und einen Souk sehen möchte, sollte in die nahe Zwillingsstadt Mutrah fahren.
In der Oase von Bahla, dem Zentrum der Töpferei, erhebt sich auf Klippen die Ruine der gigantischen Festung Hisn Tamah aus dem 17. Jahrhundert. Sie gehört auf Grund ihrer omanischen Lehmarchitektur zum UNESCO-Weltkulturerbe und wird derzeit restauriert. Nebenan befindet sich eine historische Moschee, die zwar stark beschädigt ist, aber heute noch für die Andacht genutzt wird.
Die Große Moschee in Muscat ist die größte Omans. Sie bietet Platz für 20 000 Gläubige. In der zentralen Halle hängt einer der riesigsten Kronleuchter der Erde: Er ist 14 Meter hoch, wiegt acht Tonnen und hat 1122 Glühlampen. Samstags bis donnerstags, von acht bis elf Uhr vormittags, ist das Haus für Touristen geöffnet. Frauen müssen Kopftücher tragen. T-Shirts, kurze Hosen und Röcke sind verboten. Jeden Freitag vormittag kommen die Beduinen zu diesem Markt am Südende des Souks von Nizwa. Alles vom Gewehr über Dolche, Munition und Vieh wird hier angeboten. Der Souk war früher berühmt für seine Silberschmiede. Sein östlicher Teil erinnert noch an die Beschaulichkeit der alten Zeit; Touristen kaufen gern Rosenwasser, Silberschmuck, Decken und Krummdolche.
Oman ist reich an Festungen, da die Regenten gern von ihren Heimatorten aus regierten. Die Festung von Jabrin, die 1675 von Bilarab bin Sultan Al-Yaruba errichtet wurde, besticht besonders durch ihre atemberaubende Innenausstattung. Die Wohnräume wurden mit Deckenmalereien, Stuck und Spitzbogenfenstern verziert. Sogar das Lieblingspferd des Sultans bekam ein eigenes Zimmer.
Über 1000 Kilometer von Muscat entfernt, in Omans südlichster Provinz Dhofar, liegt diese Sommerfrische, in der viele Omanis Erholung suchen. Salalah hebt sich von den anderen Plätzen im Oman deutlich ab: Die Gartenstadt wird geprägt von angenehmem Klima, üppiger Vegetation und reicher Tierwelt; Bananenhaine und Kokospalmen reichen bis an den Strand heran. Arabische Souks gehören ebenso zum Stadtbild wie das indische Viertel und die Obsthändler aus Sri Lanka. Interessant ist auch die Altstadt mit ihren Häusern aus Korallenkalk. Sultan Qaboos fühlt sich in Salalah immer noch wohl: Jeden Sommer kehrt er zu seiner Geburtsstätte, dem restaurierten Al-Hassan-Palast, zurück.
Wer etwas wirklich Einzigartiges erleben möchte, sollte in die größte Sandwüste der Welt, Rub-al-Khali, fahren. Sie bedeckt ein Viertel der Arabischen Halbinsel. In dieser Leere erlebt man eine Ruhe, wie man sie noch niemals zuvor kennen gelernt hat. Der Besucher wird bald feststellen, dass es nichts Schöneres gibt, als auf einer Düne zu sitzen, den feinen Sand durch die Finger rinnen zu lassen und der Stille zu lauschen. Und dass eine Nacht unter leuchtendem Sternenhimmel eindrucksvoller ist als eine Woche Strandurlaub.
In der Bergregion Jebel Akhdar blüht und grünt es. Da die Terrassenfelder unterhalb des „Grünen Bergs“ von Niederschlägen und den Falaj-Kanälen begünstigt werden, gedeihen in dieser Region Rosensträucher, Palmen, Weintrauben, Granatäpfel und Walnussbäume. Eindrucksvolle Festungen wie die von Nizwa, Jabrin und Bahla erinnern an die Konflikte zwischen dem Sultan und den Imamen. Musandam - Die Halbinsel an der Straße von Hormuz beeindruckt mit zahllosen fjordähnlichen Buchten, steil aufragenden Felswänden und einer imposanten Gebirgswelt, die man per pedes oder im Jeep erkunden kann. Das glasklare Meerwasser lädt zum Baden ein, die Unterwasserwelt zum Tauchen. Die Enklave war bis 1992 militärisches Sperrgebiet: Die Straße von Hormuz ist die meist befahrene Tankerstraße der Erde und politisch hoch sensibel.
Weihrauch hatte in der Antike für Südarabien die gleiche Bedeutung wie Erdöl für Arabien heute. Im Weihrauchland Dhofar wachsen die knorrigen Weihrauchbäume zwei bis drei Meter hoch. Die zähe Harzflüssigkeit, das Weihrauchharz, wird im März und April gewonnen, dann im Inneren des Landes getrocknet und im September als beliebter Duftstoff zum Beispiel in Omans Souks für fünf bis zehn Rial (zwischen 11 und 22 Euro) verkauft.
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